Dossier 8/2014: Neue Produktionsweisen

Zeitschrift

36 Seiten

Katholische Sozialakademie Österreichs, Artikelnummer ZEITSCHRIFT

geheftet, 29,8 x 21 cm

3.00003

3,00 EUR

inkl. 10 % USt zzgl. etwaiger Versandkosten

Dossier 8/2014: Neue Produktionsweisen

Inhalt

 
Einleitendes:

    Transformation der Produktionsweisen
    Nicht nur um die Erderwärmung einzudämmen braucht es einen ökonomischen und gesellschaftlichen Umbau hin zu einer postfossilen, kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise. Wege und praktische Beispiele werden im vorliegenden Heft vorgestellt.

Sichtweisen:

    Industrie zwischen Re- und De-Industrialisierung
    Eine De-Industrialisierung fordern Umweltschützer, um den Ausstoß von Triebhausgasen einzudämmen. Die Politik allein wird den Zielkonflikt zwischen Ökologie, Wirtschaft und sozialen Herausforderungen nicht lösen können.
    Den Kapitalismus umbiegen - Oswald von Nell-Breuning SJ und die Unternehmensverfassung
    Jonas Hagedorn zeigt die Auseinandersetzung um Mitbestimmung der Beschäftigten um 1970. Die Vorstellungen P. Nell-Breunings zur Unternehmensverfassung wurden bis heute nicht realisiert.
    Solidarische Produktionsketten - Erfahrungen im Norden und im Süden
    Clarita Müller-Plantenberg zeigt mit Beispielen, wie der Aufbau einer solidarischen Wirtschaft möglich ist und welche Unterstützung es dafür braucht.
    Von der Nische zum wichtigen Instrument gesellschaftlicher Transformation?
    Lokales Wirtschaften bildet den Forschungsschwerpunkt des Volkswirtschaftlers Hans Diefenbacher, der in diesem Beitrag Voraussetzungen und Bedingungen für das Gelingen solcher Initiativen aufzeigt.
    Ernährungssouveränität
    La Via Campesina, ein weltweites Bündnis von Kleinbauernorganisationen und NahrungsmittelproduzentInnen, kämpft für die weltweite Transformation des Agrar- und Lebensmittelsystems.
    Commons-basierte peer production - Wie produzieren wir das gute Leben?
    Wie können die Bedürfnisse mit den vorhandenen Ressourcen so befriedigt werden, dass alle gut leben können? Brigitte Kratzwald zeigt aus sozialwissenschaftlicher Sicht und eigener Erfahrung, was möglich ist.
    Nicht-kapitalistische (Re-)Produktionsformen - kritisch betrachtet
    Clemens Griesauer stellt verschiedene Möglichkeiten alternativen Wirtschaftens vor. Sie ermöglichen den Teilnehmenden ein besseres Leben; in einer globalen Krise könnten sie zur Notwendigkeit werden.
    Wider den Wettbewerbs- und Wachstumszwang
    Es braucht eine grundlegende Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsweise. Markus Wissen sieht die zu erwartende Ressourcenverknappung als soziale Frage, als Ansatzpunkt für ein notwendiges Umdenken.

Orte:

    Klimacamp im Rheinland - dem Braunkohle-Wahn entgegentreten
    Deutsche und andere europäische Energiekonzerne setzen vermehrt auf den Abbau von Kohle zur Stromerzeugung. Bürgerinitiativen wehren sich gegen Emissionen und Umweltschäden durch den Braunkohleabbau.
    Das Wiener Lastenradkollektiv
    Zeichen gegen den ausufernden Autoverkehr setzt das Lastenradkollektiv durch eine Blockade der Wiener Ringstraße - und durch Bereitstellung von Lasten-Fahrrädern, die sich für viele städtische Transporte eignen.
    Die Makler kommen
    Die spannendste Weiterentwicklung industrieller Produktion sind Geräte, die völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Die Maker-Bewegung breitet sich weltweit aus und könnte die Gesellschaft revolutionieren.
    Die halbierte Demokratie
    Demokratische Mitbestimmung auf allen Ebenen - vom Betrieb bis zur überbetrieblichen Ebene und in den öffentlichen Dienstleistungen - fordert Gewerkschafterin Klaudia Paiha von der AUGE/UGE.

Ausblick:

    Klimaneutral produzieren
    Irreversible und unbeherrschbare Klimaveränderungen drohen, falls der weltweite Ausstieg aus fossiler Energieproduktion nicht gelingt. Zur gesellschaftlichen "Umkehr zum Leben" ist vor allem Bildung nötig, die auch den Beitrag sozialer Bewegungen und der Kirchen fordert.


Einleitendes:
Transformation der Produktionsweisen

"Ohne einen umfassenden Umbau der Investitions-, Produktions- und Konsumweisen in den Industrie- und in einigen Schwellenländern und der gesamten Weltwirtschaft - hin zu einer postfossilen kohlenstoffarmen Wirtschaft - wird eine wirksame Eindämmung des Klimawandels nicht gelingen", heißt es im kirchlichen Diskussionsbeitrag: "Soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gehören zusammen" des Jahrbuchs Gerechtigkeit V "Menschen - Klima - Zukunft? Wege zu einer gerechten Welt."

Mit dem Jahrbuch haben die ökumenischen HerausgeberInnen - darunter die ksoe - den Prozess "Umkehr zum Leben - den Wandel gestalten " angestoßen. Dieser lädt dazu ein, "gemeinsam zu entdecken und zu erleben, was ein Leben in Fülle für alle heute bedeutet". Gefordert wird "eine tiefgreifende Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen. Der notwendige Umbau umfasst soziale, ökonomische, ökologische, politische und kulturelle Dimensionen". Der Wissenschaftliche Beirat der [deutschen] Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) spricht von einer "Großen Transformation".

Zahlreiche Initiativen erinnern an den individuellen ökologischen Fußabdruck und geben Anregungen, wie dieser reduziert werden kann. Sie rufen zum "Autofasten" oder reduziertem Fleischkonsum, zum Kauf fair gehandelter oder biologisch, regional erzeugter Produkte, zum alternativen Strombezug oder zur Geldveranlagung nach ethischen bzw. nachhaltigen Kriterien auf. All diese Initiativen zielen auf die individuelle Verantwortung des/der Einzelnen bei Konsum- und Kaufentscheidungen ab. Wie aber wäre eine "tiefgreifende Transformation" unserer "Wirtschaftsweisen" möglich und welche Intitiativen gibt es schon? In diesem Dossier beschäftigen wir uns mit der Rolle der Industrie in der Großen Transformation und greifen die Debatte über Re-Industrialisierung versus De-Industrialisierung auf. Wir fragen außerdem, wer überhaupt Investitions- und andere Entscheidungen in kapitalistischen Unternehmen trifft und wie das anders gehen könnte.

Wir erforschen Alternativen zur Konkurrenz am Beispiel von solidarischen Produktions-Netzwerken und -ketten. Wir gehen dem Potenzial von lokalen und regionalen Ökonomien nach. Im Beitrag über "Ernährungssouverändität" erfahren wir, dass eine weltweite Transformation des Agrar- und Lebensmittelsystems ein erster Schritt zu einem breiteren Wandel ist.

Finden wir im Ansatz der "commons-orientierten peer production" bereits Keimformen einer anderen (nicht-kapitalistischen) Produktionsweise und wie lässt sich dieser mit der "Subsistenz-Perspektive" verbinden? Diskutiert werden im Dossier weiters Beispiele nicht-kapitalistischer (Re-)Produktionsformen wie D.I.Y., Selbstverwaltung oder Commoning und damit verbundene Chancen und Risiken. Die "Sichtweisen" werden abgrundet durch einen Beitrag über Transformationsblockaden (z.B. durch mächtige Interessensvertretungen).

Im Rahmen der "Orte" werden Beispiele aus den Bereichen Energie, Mobilität, urbane Subsistenz und Demokratisierung der Wirtschaft vorgestellt.

Wir freuen uns, wenn Sie sich mit uns auf den Suchprozess nach "neuen Produktionsweisen" einlassen, und sind dankbar für Ihr feedback und Ihre Erfahrungen. Wir hoffen, dass das Dossier für Sie Anregungen bereithält und sich als hilfreich für weiterführende Bildungsprozesse erweist!

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